Online-Fachtag „Antisemitismus. Bildung. Schule.“ am 14. Oktober 2021

Ab sofort können Sie sich anmelden. Anmeldungen werden bis zum 11. Oktober berücksichtigt.

Antisemitismus. Bildung. Schule.  

Ein Online-Fachtag zu Herausforderungen, Chancen und Grenzen der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit 

Wann: 14. Oktober 2021 // 09.30 – 16.00 Uhr 

Wo: Online via Zoom 

Bildungsarbeit, sowohl mit jungen Menschen als auch mit Erwachsenen, gilt als geeignetes Mittel zur Bekämpfung von Antisemitismus. Dabei wird sowohl non-formalen als auch formalen Bildungsformaten ein hoher Stellenwert beigemessen und Antisemitismusprävention weniger als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe aufgefasst. Gleichzeitig können Bildungseinrichtungen selbst Orte sein, an denen Antisemitismus auftritt. Fehlende Konzepte und ein falsches Phänomen-Verständnis führen nicht selten zu Bagatellisierung und einem Nichthandeln beteiligter Akteur:innen.  

Der Fachtag wird den Fragen nachgehen, welche Herausforderungen an die antisemitismuskritische Bildungsarbeit gestellt werden und welche Chancen verschiedene Ansätze und Handlungsstrategien bergen – aber auch, welche Grenzen hier gesetzt sind. Welche Formate haben sich im Handlungsfeld bewährt? Wie kann man mit antisemitischen Vorfällen, insbesondere im Bildungskontext, umgehen? Was braucht es, damit antisemitismuskritische Konzepte langfristig Wirkung entfalten können?  

Der Online-Fachtag steht allen Interessierten aus dem Bundesland Bremen offen. Vorrangig richtet er sich an Multiplikator:innen aus dem außerschulischen Bildungsbereich und pädagogische Fachkräfte, sowie an Lehrer:innen und weitere Personen, die im Kontext Schule tätig sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Neben Inputs am Vormittag und einer Abschlussdiskussion am Nachmittag wird es zur Vertiefung des Themas verschiedene Workshop-Angebote geben, anwählbar je nach Interessenlage. 

Die Anmeldung erfolgt über akriba@lidicehaus.de 

Bitte geben Sie bei der Anmeldung einen Erst- und Zweitwunsch für die Workshops an (siehe Programm). Da die Teilnehmendenzahl in jedem Workshop begrenzt ist, kann eine Teilnahme am gewünschten Workshop nicht garantiert werden. 

Programm 14. Oktober 2021: 

9:30 Uhr   Einlass in den Zoom-Raum 

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9:45 Uhr   Eröffnung durch akriba / LidiceHaus und Grußwort (angefragt) 

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10:00 – 10:30 Uhr   Einführung von Prof. Dr. Samuel Salzborn 

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10:30 – 10:45 Uhr   Pause 

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10:45 – 12:00 Uhr   Fachgespräch über Studien zu Antisemitismus und Schule.  

Mit Prof. Dr. Julia Bernstein, Marina Chernivsky und Dr. Friederike Lorenz. Moderation: Christoph Müller (Landesinstitut für Schule Bremen) 

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12:00 – 12:30 Uhr   Pause 

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12:30 – 14:30 Uhr   Workshop-Angebote (Bitte geben Sie bei der Anmeldung einen Erst- und Zweitwunsch an!) 

1. Einführung in die antisemitismuskritische Bildungsarbeit  (Nathalie Friedlender, Bildungsstätte Anne Frank) 

Der Workshop soll einen ersten Überblick über die antisemitismuskritische Bildungsarbeit geben. Was bedeutet Antisemitismuskritik? Welche Zugänge und Konzepte gibt es im Handlungsfeld? Welche Standards, aber auch Leerstellen und Fallstricke, gilt es zu beachten? 

2. Bildungsarbeit zu Judentum und jüdischem Leben in Bremen  (Antje Büsing, Religionswissenschaftlerin)  

Wie kann es gelingen, mit einer das Judentum wertschätzenden Bildungsarbeit dem Antisemitismus präventiv zu begegnen? Die Referentin wird von ihren Erfahrungen berichten, diese mit den Teilnehmenden diskutieren und möchte ermutigen, zu diesem Thema verschiedene Ideen zu entwickeln und auszuprobieren. 

3. Antisemitische Vorfälle an Bremer Schulen – was tun?  (Wolfgang Welp-Eggert, Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen) 

Antisemitische Vorfälle an Schulen stellen Betroffene, Lehrpersonen und weitere Beteiligte vor Herausforderungen. Anhand von Fallbeispielen wird den folgenden Fragen nachgegangen: Welche Beratungsangebote gibt es beim ReBUZ? Wie können Handlungsstrategien aussehen? Was muss geschehen, um Betroffene zu schützen und zu unterstützen?  

4. Heilsversprechen Gedenkstättenbesuch? Chancen und Grenzen der Erinnerung an den Nationalsozialismus am historischen Ort  (Dr. Marcus Meyer, Denkort Bunker Valentin) 

Die Erwartungen an Gedenkstättenbesuche sind hoch: Vor allem Schüler:innen sollen dort gegen Antisemitismus und Rassismus immunisiert und gleichzeitig von der Sinnhaftigkeit der Demokratie überzeugt werden. Die Forderung nach Pflichtbesuchen in Gedenkstätten hält sich deshalb – entgegen aller Argumente von Expert:innen – hartnäckig. Was aber kann der Besuch in einer Gedenkstätte wirklich bewirken und wo liegen die Grenzen? 

5. Mehr als nur Intervention – über außerschulische Bildungsarbeit im schulischen Kontext  (Dr. Rosa Fava, ju:an – Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit) 

Bei antisemitischen Vorfällen an Schulen besteht eine typische Intervention darin, externe Fachkräfte zur Durchführung von Workshops mit Schüler:innen einzuladen. Im Workshop soll thematisiert werden, unter welchen Voraussetzungen eine Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischen Einrichtungen gut funktionieren kann. Die Teilnehmer:innen tauschen ihre Erfahrungen aus und erhalten einen Input über die zentralen Ansätze der Antisemitismusprävention in der (Offenen) Jugendarbeit. Gemeinsam wird reflektiert, wie Elemente der unterschiedlichen Arbeitsweisen schulischer und nichtschulischer Fachkräfte verbunden werden können.  

6. Good Practice Beispiel aus einer Bremer Schule im Umgang mit Antisemitismus  (angefragt, weitere Informationen folgen)  

7. Empowerment-Workshop für jüdische Teilnehmende des Fachtags  (angefragt: OFEK, weitere Informationen folgen) 

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14:30 – 15:00 Uhr   Pause 

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15:00 – 16:00 Uhr   Abschlussdiskussion zu Herausforderungen, Chancen und Grenzen der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus.  

Mit Prof. Dr. Julia Bernstein, Prof. Dr. Samuel Salzborn, Dr. Grigori Pantijelew (Jüdische Gemeinde Bremen) und Dr. Marcus Meyer (Denkort Bunker Valentin). Moderation: Irina Drabkina (Projekt Köfte Kosher) 

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16:00 Uhr   Ende 

Save the Date! Antisemitismus. Bildung. Schule. Ein Online-Fachtag zu Herausforderungen, Chancen und Grenzen der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit

u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Julia Bernstein, Prof. Dr. Samuel Salzborn, Dr. Friederike Lorenz, Marina Chernivsky und verschiedenen Workshop-Angeboten

Wann: 14. Oktober 2021 // 09.30 – 16.00 Uhr

Wo: Online via Zoom

Der Fachtag steht allen Interessierten aus dem Bundesland Bremen offen. Vorrangig richtet er sich an Multiplikator:innen aus dem Bildungsbereich und pädagogische Fachkräfte, Lehrer:innen und weitere Personen, die im Kontext Schule tätig sind.

Die Teilnahme wird kostenlos sein. Eine Anmeldung ist noch nicht möglich. Weitere Informationen zu Anmeldung, Inhalten und den Workshop-Angeboten folgen Mitte September.

GLEICH – UNGLEICH – UNGLEICHER: ZUM VERHÄLTNIS VON ANTISEMITISMUS UND RASSISMUS

24.06.2021 // 18 Uhr // via Zoom

Die Veranstaltung wird auch gestreamt (dort sind keine Fragen möglich): https://www.youtube.com/watch?v=b0LGpwQ5Evg

Online-Vortrag mit Dr. Katharina Rhein

Moderation: Henning Gutfleisch | Goethe-Universität Frankfurt am Main

In theoretischen Debatten aber gerade auch in politischen Auseinandersetzungen wird viel über das Verständnis von Antisemitismus und Rassismus gestritten, allzu oft werden dabei Konkurrenzen aufgemacht, Unterschiede negiert oder Gemeinsamkeiten unsichtbar gemacht.

Im Vortrag wird versucht, ein Verständnis von beidem zu entwickeln, das den postnationalsozialistischen Kontext berücksichtigt, um von dort aus Fragen nachzugehen, die aktuelle Auseinandersetzungen und die Kämpfe gegen Antisemitismus und Rassismus betreffen.

Eine Veranstaltung des Projekts akriba – Antisemitismuskritische Bildungsarbeit im LidiceHaus.

Anmeldung zur Teilnahme unter: akriba@lidicehaus.de

Bitte geben Sie Ihren Vor- und Nachnamen an. Den Veranstaltungslink schicken wir Ihnen am Tag der Veranstaltung zu.

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Dr. Katharina Rhein ist Erziehungswissenschaftlerin und Soziologin und hat zum Thema „Erziehung nach Auschwitz in der Migrationsgesellschaft. Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus als Herausforderungen für die Pädagogik“ promoviert. Bis März 2021 war sie an der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt, zuletzt als Ko-Leiterin. Seit September 2020 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Hessischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma tätig. Bis Ende 2018 war sie außerdem Bildungsreferentin in der Bildungsstätte Anne Frank. Sie arbeitet u.a. zu den Themen NS-Geschichte und Pädagogik in der NS-Zeit, Erinnerungspolitik, Erziehung nach Auschwitz, antisemitismus-, rassismus- und antiziganismuskritische Pädagogik, Geschlechterforschung und beschäftigt sich kritisch mit dem Extremismusansatz.

Henning Gutfleisch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er promoviert über eine Analyse antisemitismuskritischer Bildungsmaterialien mittels Walter Benjamins Bildungstheorie. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind feministische, Kritische und Bildungstheorie sowie antisemitismuskritische Bildungsarbeit und ethnographisches Forschen. Davon ab, ist er für das Projekt akriba – Antisemitismuskritische Bildungsarbeit im LidiceHaus tätig.

Antisemitismus, Kunst und Kultur

15.06.2021 // 19 Uhr // Online-Diskussionsveranstaltung via Zoom

mit:

Jakob Baier, Politikwissenschaftler Uni Bielefeld

Laura Cazés, Referentin Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

Fabian Bechtle, Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst

Moderation: Irina Drabkina-Sow, freie Referentin der politischen Bildungsarbeit

Antisemitismus als gesamtgesellschaftlich auftretendes Phänomen durchdringt auch den Kunst- und Kulturbetrieb. Verschiedene Boykott-Kampagnen und zuletzt die „Initiative GG 5.3. Weltoffenheit“ deuten darauf hin, dass manche Künstler*innen keine Berührungsängste mit israelfeindlichen Positionen zu haben scheinen. Dadurch wird es immer schwieriger, sich im Kulturbetrieb gegen Antisemitismus zu positionieren. Dazu haben die Ereignisse der letzten Wochen in Nahost und in Deutschland erneut offenbart, dass die Konfliktlinien sich auch durch Bereiche von Kunst und Kultur ziehen.

Die Diskussionsveranstaltung beschäftigt sich mit den Fragen, in welcher Weise Antisemitismus Teil von Kunst und Kultur war und ist, welche Auswirkungen dies auf Betroffene hat und welche möglichen Gegenstrategien es gibt. Wie müssen Räume gestaltet sein, in denen Betroffene persönliche Erfahrungen teilen und Solidarität erfahren können?

Eine Veranstaltung von akriba // LidiceHaus im Rahmen der Reihe Antisemitismus heute in Kooperation mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus.

Anmeldung zur Teilnahme unter: akriba@lidicehaus.de

Bitte geben Sie Ihren Vor- und Nachnamen an. Den Veranstaltungslink schicken wir Ihnen am Tag der Veranstaltung zu.

Illuminaten waren gestern. Verschwörungserzählungen in Zeiten von Corona

12.05.2021 // 19 Uhr // Online-Veranstaltung via Zoom // Anmeldung und Link zur Teilnahme unter akriba@lidicehaus.de

mit:

Dr. Rosa Fava // Leiterin ju:an – Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit, Amadeu Antonio Stiftung

Andre Aden // Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Bremen und Bremerhaven

Moderation: Carmen Strehl // LidiceHaus Bremen

Verschwörungserzählungen werden in Zeiten der Corona-Pandemie auffällig oft weiterverbreitet. Sie sind sichtbarer geworden, es sind neue entstanden und sie verbinden Menschen, die bisher nicht zusammen aufgetreten sind. Dabei wird u.a. auf altbekannte antisemitische Motive zurückgegriffen, die sich in Zeiten der Pandemie aktualisieren. Wie stellt sich die Lage im Bundesland Bremen und dem Umland dar? Welche Gefahren gehen von solchen Erzählungen aus? Und welche Strategien gibt es im Umgang mit diesen?

Eine Veranstaltung von akriba // LidiceHaus im Rahmen der Reihe Antisemitismus heute in Kooperation mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus.

Anmeldung unter: akriba@lidicehaus.de

Bitte geben Sie Ihren Vor- und Nachnamen an. Den Veranstaltungslink schicken wir Ihnen am Tag der Veranstaltung zu.

»Die Veranstaltenden behalten sich vor, Personen, die neonazistischen, völkischen, nationalistischen Parteien, Organisationen oder Szenen angehören oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische, nationalistische, verschwörungsideologische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen und/oder Handlungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.«

Ohne Ticket. Antisemitismuskritik in der deutschen Linken

Ein Online-Vortrag von Tom Uhlig (Bildungsstätte Anne Frank)

30.03.2021 // 19:00 // via Zoom // Anmeldung und Link zur Teilnahme unter akriba@lidicehaus.de.

Antisemitismus in der politischen Linken wird von vielen immer noch für einen Widerspruch in sich gehalten: Ressentiments gegen Jüdinnen und Juden zu pflegen verträgt sich schlecht mit dem Selbstanspruch, eine Welt zu erstreiten, in der sich ohne Angst verschieden sein lässt. Gleichzeitig waren es vorrangig linke Theorie und Praxis, die Antisemitismus überhaupt gesellschafts- und subjekttheoretisch kritisiert haben. Sich selbst linkspolitisch zu verorten ist allerdings kein Ticket, das einmal gezogen davor bewahrt, Antisemitismus zu verinnerlichen. Insbesondere vermittelt über die Chiffre der „Israelkritik“, in regressiver Kapitalismuskritik oder relativierender Erinnerungspolitik bricht sich das Ressentiment Bahn und sorgt nicht zuletzt innerhalb der Linken selbst für Zerwürfnisse. Entlang der Frage, welchen Stellenwert man der Kritik von Antisemitismus und deutschem Nationalismus einräumt, scheint sich die deutsche Linke zu teilen, was sich bis in private Beziehungen hineinträgt. Warum ist das so? Welche unterschiedlichen Vorstellungen einer guten Gesellschaft kollidieren hier? Diesen und anderen Fragen soll in dem Vortrag nachgegangen werden.

AkriBaAntisemitismuskritische Bildungsarbeit // Jugendbildungsstätte LidiceHaus // Weg zum Krähenberg 33a // 28201 Bremen // Telefon: 0421 / 69 27 20 // Email: akriba@lidicehaus.de // Impressum // Datenschutz