Hinter jeder Ecke – zwischen Erinnerung und Gegenwart

Bildungsreise nach Auschwitz und Krakau / Montag, 29.06. bis Sonntag, 05.07.2026 

Die Bildungsreise richtet sich an (angehende) Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit, der außerschulischen Bildung sowie der Sozialen Arbeit aus Bremen. Im Mittelpunkt steht die kritische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, aktuelle Formen von Antisemitismus sowie Perspektiven auf jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart.

Während einer zweitägigen Exkursion zur Gedenkstätte Auschwitz setzen wir uns intensiv mit der Geschichte des Ortes, den Dimensionen der Shoah sowie Fragen der heutigen Erinnerungskultur auseinander. Pädagogische Zugänge und Reflexionsräume ermöglichen eine Übertragung auf die eigene Arbeit.

Die anschließenden drei Tage in Krakau eröffnen Einblicke in historisches und gegenwärtiges jüdisches Leben. Geplant sind unter anderem ein Besuch des Jewish Community Centers sowie die Teilnahme am Jüdischen Kulturfestival. Ergänzend stehen Stadterkundungen, Begegnungen und fachlicher Austausch auf dem Programm.

Ziel der Bildungsreise ist es, historisches Wissen zu vertiefen, die Wahrnehmung jüdischer Geschichte und gegenwärtiger jüdischer Lebensrealitäten zu fördern, Handlungssicherheit im Umgang mit Antisemitismus zu stärken und Impulse für die eigene pädagogische Praxis zu gewinnen.

Die Teilnahme an einem Vor- und einem Nachbereitungstermin ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Bildungsreise. Ein Teilnahmebeitrag von 150,- € p.P. (+Eigenverpflegung) ist zu leisten.

Die Anmeldung erfolgt über akriba@lidicehaus.de bis zum 11. Mai. Die Vergabe der Plätze erfolgt zeitnah nach einem ausgewogenen Auswahlverfahren. Bei Fragen melden Sie sich gerne unter der oben genannten Mailadresse.

Die Bildungsreise kann als Bildungszeit angerechnet werden. Bitte geben Sie direkt bei der Anmeldung an, ob Sie eine Bestätigung für Ihren Arbeitgeber benötigen.

Vom Arabischen Frühling bis zu Donald Trump: Der Israel-Hamas-Krieg im historischen und geopolitischen Kontext

Der brutale Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und die darauf folgende militärische Auseinandersetzung stellen eine Zäsur dar, welche die politische Dynamik im Nahen und Mittleren Osten nachhaltig beeinflusst. Verständlich wird dies erst, wenn der folgende Krieg nicht als isoliertes Ereignis, sondern als Ergebnis jahrzehntelanger geopolitischer Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten betrachtet wird. Wer die aktuellen Entwicklungen in Israel und im Gazastreifen verstehen will, muss daher den größeren historischen und politischen Kontext berücksichtigen.


In seinem Vortrag gibt Uriel Kashi, Reiseleiter und Leiter der Jugendbildungsstätte Beit Ben Yehuda in Jerusalem, zunächst einen Überblick über zentrale Entwicklungen der letzten Jahrzehnte: die Auswirkungen der Islamischen Revolution im Iran, die Umbrüche des Arabischen Frühlings, aber auch globale Faktoren wie den Klimawandel und veränderte Rohstoffbedarfe, die das geopolitische Gleichgewicht der Region beeinflussen.

Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die Gegenwart und Zukunft der Region: In Israel prägt weiterhin die Diskussion über die Verantwortung der politischen Führung für das Versagen am 7. Oktober sowie der Umgang mit der Geiselkrise die öffentliche Debatte. Wie wird Israel mit den innenpolitischen Spannungen umgehen, die sich seit dem 7. Oktober noch verschärft haben? Welche Perspektiven gibt es für den Gazastreifen? Wie könnte ein Wiederaufbau Gazas aussehen? Kann es langfristig eine neue politische Ordnung für Gaza geben, und wenn ja, unter wessen Kontrolle? Welche Auswirkungen hat der Krieg auf andere Länder der Region? Während die Hisbollah im Libanon erheblich an Einfluss verloren hat, durchläuft Syrien nach dem Sturz von Assad eine Phase der Neuordnung, bei der noch unklar ist, welche Akteure langfristig dominieren werden. Und natürlich: Welche Auswirkungen hat die Rückkehr von Donald Trump als US-Präsident für die Entwicklungen der kommenden Jahre?

#MeToo unless you’re a Jew 

Über fehlende Solidarität in feministischen und queeren Strukturen seit dem 7. Oktober 

26. September 2024 // 18:30 Uhr im Kukoon 

Feministische und queere Kämpfe werden unter anderem geführt, um die Lebenssituationen und Umstände vor allem für FLINTA-Personen zu verbessern und Gewalt an diesen Personen zu bekämpfen. Spätestens seit den antisemitischen Massakern vom 7. Oktober 2023 im Süden Israels zeigt sich erneut, dass Jüdinnen_Juden aus diesen Kämpfen oft ausgeschlossen werden. Trotz des offensichtlichen Widerspruchs von Feminismus und der Unterstützung islamistischen Terrors. 

Gemeinsam mit Merle Stöver und Rosa Jellinek blicken wir auf das vergangene Jahr zurück. Wir möchten mit ihnen über ihre Perspektiven und Erfahrungen in feministischen und queeren Bewegungen sprechen, aber auch das Verhalten auf internationaler Ebene und von größeren Organisationen wie der UN-Women thematisieren.   

Ist das (Nicht-)Verhalten zum 7. Oktober eine Zäsur oder mehr Ausdruck von Kontinuitäten in diesen Bewegungen und Organisationen? Welche Rolle können Initiativen wie das „Feminism Unlimited“-Bündnis in der Auseinandersetzung mit diesem Thema spielen? Bilden sich neue Initiativen oder Bündnisse? Wie kann eine Zukunftsperspektive aussehen? Diesen und weiteren Fragen wird sich in dem Podiumsgespräch gewidmet. 

Moderation: Alexandra Nozik 

Merle Stöver ist Antisemitismusforscherin und promoviert an der Uni Bielefeld. Sie arbeitet zu Antiziganismus, Antisemitismus, Sozialchauvinismus und Geschlechterverhältnissen. Zuletzt veröffentlichte sie dazu im Buch Judenhass Underground und der Jungle World. 

Rosa Jellinek ist Content Creatorin und queer-jüdische Aktivistin. Sie erstellt Videos für das Projekt „OY VEY! Plattform gegen Verschwörungsmythen“ und ist in dem queer-jüdischen Verein Keshet Deutschland aktiv. Darüber hinaus arbeitet sie als politische Bildnerin zu den Themen Intersektionalität, Queerness & Queerfeindlichkeit, Judentum & Antisemitismus sowie Internetaktivismus & Hate Speech. 

Alexandra Nozik engagiert sich aktuell in Bremen für die Befreiung der israelischen Geiseln aus der Hamas-Gefangenschaft. Sie setzt sich politisch mit gesellschaftlichen Reaktionen auf rechten und islamistischen Terror auseinander, ausgelöst durch eine persönliche Nähe zu dem Anschlag in Halle 2019 und dem Hamas-Überfall auf Israel 2023. 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, Personen, die neonazistischen, völkischen, nationalistischen Parteien, Organisationen oder Szenen angehören oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische, nationalistische, verschwörungsideologische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen und/oder Handlungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. 

Judenhass Underground

Buchvorstellung // 29. Februar 2024 // 19:00 Uhr // Kukoon

Antisemiten sind immer die Anderen? Das Buch „Judenhass Underground“ wagt sich daran, das Phänomen Antisemitismus in emanzipatorischen Subkulturen genauer in den Blick zu nehmen. Gemeinsam mit den Herausgebern Nicholas Potter und Stefan Lauer sprechen wir über das Buch, den Einfluss von BDS und den immer stärker werdenden Antisemitismus.

Eine Vortragsveranstaltung des Projektes abriba – Antisemitismuskritische Bildungsarbeit in Trägerschaft des LidiceHauses, in Kooperation mit den Partnerschaften für Demokratie Bremen Mitte/ Viertel/ Findorff.

Veranstaltungsort:
Kukoon
Buntentorsteinweg 29
28201 Bremen

Der Angriff der Hamas gegen Israel und aktuelle Entwicklungen

Vortrag // 14. Januar 2024 // 18:00 Uhr // Kukoon 

In seinem Vortrag gibt Uriel Kashi aus Jerusalem einen Überblick über den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 und nachfolgende Ereignisse. Er beschreibt die historische und politische Entwicklung der Region und stellt die zentralen politischen und militanten Akteure vor, von denen einige außerhalb Israels oder des Gazastreifens agieren.

Im abschließenden Teil des Vortrags berichtet Uriel Kashi von seinen persönlichen Eindrücken der jüngsten Ereignisse und diskutiert aus israelischer Perspektive verschiedene mögliche Entwicklungen des Krieges in den kommenden Wochen.

Uriel Kashi ist Reiseleiter und in der politischen Bildung tätig. Nach einem Studium der Jüdischen Geschichte und der Erziehungswissenschaften in Berlin und Jerusalem arbeitete er für mehrere Jahre als Bildungsreferent im Jüdischen Museum Berlin.

Er lebt seit 2007 in Jerusalem, arbeitete an der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem und war dort insbesondere für die Organisation und Durchführung von Lehrerfortbildungen zuständig. Neben seiner Tätigkeit als Reiseleiter bildet der Bereich Holocaust Education und die Frage einer „Erziehung nach Auschwitz“ einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit.

Die Veranstaltung wird organisiert von den Projekten akriba und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Bremen und Bremerhaven in Trägerschaft des LidiceHauses.

Veranstaltungsort:
Kukoon
Buntentorsteinweg 29
28201 Bremen

(Dauer-)Baustelle Antisemitismus. Erscheinungsformen, Kontinuitäten und Erinnerungskultur

Workshop // 03. September 2023 // 9:30 – 16:30 Uhr // Kukoon 

Antisemitismus durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche. Sei es auf dem Fußballplatz, beim Musikhören, in der Schule oder auf der Arbeit: Judenfeindschaft lässt sich an vielen Orten finden. Meist versteckt sich der Antisemitismus in modernem Gewand und ist kein Phänomen der Vergangenheit oder ausschließlich bestimmter Gruppen. Vielmehr ist er tief in Gesamtgesellschaft verwurzelt. Insbesondere in Krisenzeiten werden antisemitische Einstellungen und Narrative besonders sichtbar. 

Im Workshop möchten wir uns mit aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus auseinandersetzen, Kontinuitäten aufzeigen, weitverbreitete Narrative gemeinsam reflektieren und einen Blick auf die gesellschaftlichen Funktionsweisen richten. Denn oft fällt es nicht leicht, alte und neue antisemitische Stereotype, versteckte Ressentiments und Codes zu erkennen. Wir werden uns auch den Fragen widmen, welche Perspektiven und Erfahrungen Betroffene mit Antisemitismus haben. Und wir wollen uns dazu austauschen, wie dem Antisemitismus in Gesellschaft angemessen begegnet werden kann und welche Rollen Erinnerungskultur und Erinnerungsarbeit dabei einnehmen können.

Der Workshop findet im Rahmen der Fertigstellung des Mahnmals statt, das an die systematische Beraubung und die Verwertung jüdischen Eigentums während des Nationalsozialismus erinnern soll.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Für Getränke ist gesorgt, um Essen muss sich selbst gekümmert werden (es wird eine ausreichende Mittagspause geben).

Anmeldungen bitte bis zum 30. August an akriba@lidicehaus.de

AkriBaAntisemitismuskritische Bildungsarbeit // Jugendbildungsstätte LidiceHaus // Weg zum Krähenberg 33a // 28201 Bremen // Telefon: 0421 / 69 27 20 // Email: akriba@lidicehaus.de // Impressum // Datenschutz